Wenn du darüber nachdenkst, mit Ölfarben zu malen, hast du vielleicht einige Bedenken. Am Anfang dachte ich auch, dass es eine schwierige und anspruchsvolle Technik ist. Nach Jahren der Erfahrung weiß ich jedoch, dass vieles anders ist, als es zunächst scheint. Hier sind fünf Dinge, die ich gerne gewusst hätte, bevor ich zu Ölfarben gegriffen habe – vielleicht helfen sie auch dir!
1. Das Malen mit Ölfarben ist gar nicht so schwer
Auf den ersten Blick kann das Malen mit Ölfarben kompliziert erscheinen, aber in Wirklichkeit ist es eine sehr flexible Technik. Vor allem trocknen Ölfarben langsam, was viel Zeit für Korrekturen lässt. Wenn dir etwas nicht gelingt, kannst du die Farbschicht immer entfernen, einen Farbton direkt auf der Leinwand mischen oder sanfte Übergänge erzeugen.
Auch brauchst du keine komplizierten Malmittel – für den Anfang genügen geruchsfreies Terpentin und Liquin Original von Winsor & Newton. Damit kannst du die Konsistenz und Trocknungszeit der Farben kontrollieren, und dein Gemälde wird nicht monatelang feucht bleiben.
2. Du musst nicht zeichnen können, um mit Ölfarben zu malen
Es ist ein Mythos, dass man zuerst perfekt zeichnen können muss, bevor man mit Ölfarben malt. Es gibt viele Möglichkeiten, eine Komposition auf die Leinwand zu übertragen – du kannst Pauspapier, einen Projektor oder einfach die Konturen von einem Monitor oder Tablet nachzeichnen.
Darüber hinaus fördert das Malen die Beobachtungsgabe und das Erkennen von Formen und Schattierungen. Nach und nach lernst du, wie Licht und Schatten Objekte definieren. Das ist ein natürlicher Prozess, der dazu führt, dass du selbst ohne Zeichenkenntnisse Fortschritte machst.
3. Malen mit Acryl- oder Aquarellfarben ist keine Voraussetzung für Ölmalerei
Manche denken, dass sie zuerst mit Acryl- oder Aquarellfarben arbeiten müssen, bevor sie mit Ölfarben beginnen können. Das ist nicht wahr! Jede dieser Techniken hat ihre eigenen Regeln und ist kein notwendiger "Einstieg" in die Ölmalerei.
Ölfarben bieten eine größere Kontrolle über Farben und Schattierungen als Acryl, das sehr schnell trocknet. Aquarellfarben hingegen erfordern eine ganz andere Herangehensweise – sie sind spontaner und lassen weniger Raum für Korrekturen. Man kann sogar sagen, dass Ölfarben den Einstieg in andere Techniken erleichtern.
4. Wichtiger als die Farbe sind der Farbton und die Form
Oft denken wir an Objekte in Bezug auf ihre Grundfarbe: Der Himmel ist blau, das Gras ist grün, die Lippen sind rot. In Wirklichkeit bestehen alle Objekte aus verschiedenen Farbtönen und Lichtverhältnissen, nicht nur aus einer bestimmten Farbe.
Beim Malen solltest du dich darauf konzentrieren, die richtige Form und den Tonwert zu erfassen. Wenn du den Kontrast und die Proportionen von Licht und Schatten richtig triffst, werden die Farben im Bild von selbst harmonieren.
5. Die Qualität der Materialien ist wichtig
Es geht nicht darum, sofort in die teuersten Farben, Pinsel oder Leinwände zu investieren, aber es ist wichtig zu wissen, dass die Qualität der Materialien das Endergebnis beeinflusst.
Leinwand: Günstige, grobe Leinwände können das Malen von Details erschweren. Es ist ratsam, sie zusätzlich mit Gesso zu grundieren, um die Oberfläche zu glätten.
Pinsel: Dünne Detailpinsel nutzen sich schneller ab, selbst wenn man sie gut pflegt. Zum Beispiel reicht ein Da Vinci Pinsel der Größe 2 für etwa zehn Porträts.
Farben: Günstigere Farben haben oft eine schwächere Pigmentierung und lassen sich schlechter mischen. Ein Beispiel ist Burnt Sienna – je nach Hersteller kann dieser Farbton ganz unterschiedlich aussehen.
Fazit
Diese fünf Tipps werden dir den Einstieg in die Ölmalerei sicherlich erleichtern. In zukünftigen Beiträgen werde ich spezielle Techniken detaillierter erklären, z. B. wie man Fotos auf die Leinwand überträgt oder Formen und Farbtöne richtig erkennt.
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